Franklin Templeton: Solana und Ethereum als Infrastruktur für KI-Agenten

Solana
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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

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Franklin Templeton, einer der größten Vermögensverwalter der Welt mit rund 1,8 Billionen US-Dollar Assets under Management, hat in einem Research-Paper eine klare These formuliert: Agentic AI – also KI-Software, die eigenständig handelt, bezahlt und entscheidet, ohne den Nutzer bei jedem Schritt einzubeziehen – wird auf Krypto-Infrastruktur laufen, nicht auf traditionellen Zahlungsnetzwerken. Das ist kein spekulatives Narrativ aus der Krypto-Community, sondern ein institutionelles Statement mit konkreten Asset-Empfehlungen.

Sandy Kaul, Head of Digital Assets and Innovation bei Franklin Templeton, argumentiert in dem Paper, dass der Besitz von Nvidia-Aktien keine vollständige AI-Exposure darstellt. Wer den wirtschaftlichen Wert der AI-Revolution vollständig erfassen wolle, müsse auch in die zugrundeliegende Krypto-Infrastruktur investieren – konkret in Coins wie Solana und Ethereum.

Warum Legacy-Zahlungsnetzwerke an ihre Grenzen stoßen

Der Kern der Argumentation liegt in der Transaktionsarchitektur. Traditionelle Zahlungsnetzwerke sind für menschliche Transaktionsfrequenzen gebaut – nicht für eine Welt, in der KI-Agenten tausende Mikrozahlungen pro Stunde ausführen. Laut einer von Kaul zitierten Prognose von Bain & Company sollen KI-Agenten bis 2030 zwischen 15 und 25 Prozent aller US-amerikanischen E-Commerce-Umsätze abwickeln. McKinsey & Company schätzt das Gesamtvolumen von Agentic Commerce bis 2030 auf 3 bis 5 Billionen US-Dollar.

Dabei hebt Franklin Templeton einen entscheidenden strukturellen Vorteil von Blockchains hervor: Während das Visa-Netzwerk mit 1.700 bis 10.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) lediglich Transaktionen aufzeichnet und die eigentliche Abwicklung 1 bis 3 Werktage dauert, erfassen und finalisieren Blockchains beides simultan. Neuere High-Speed-Chains wie Aptos (bis zu 12.933 TPS), Solana (6.284 TPS) und BNB Chain (3.252 TPS) bewegen sich dabei im direkt vergleichbaren Bereich des Visa-Netzwerks – mit dem entscheidenden Unterschied der sofortigen Finalisierung. Dieser „Speed Gap“ ist für Smart-Contract-basierte autonome Transaktionen strukturell relevant.

Institutionelle Initiativen nehmen Fahrt auf

Das Paper erscheint nicht im Vakuum. Coinbase hat bereits Tools lanciert, die es KI-Agenten erlauben, autonom zu handeln und zu bezahlen. Google hat 2025 ein Zahlungsprotokoll für KI-Agenten vorgestellt, das von der Ethereum Foundation unterstützt wird. Am 14. Juli formierte sich zudem die x402 Foundation – ein Konsortium aus 40 Organisationen, darunter Visa, Mastercard und AWS – mit dem Ziel, offene Zahlungsschienen für KI-Agenten zu etablieren. Das Protokoll reaktiviert dabei einen vergessenen HTTP-Statuscode aus dem Jahr 1991, der ursprünglich für Web-Zahlungen reserviert war.

Screenshot of the Coinbase app showing cryptocurrency trading interface.

Diese Entwicklungen flankieren Kauls Investment-Schlussfolgerung: Um den wirtschaftlichen Wert dezentraler Netzwerke vollständig zu erfassen, werden Investoren laut Kaul künftig direkt die nativen Kryptowährungen und Altcoins dieser Netzwerke halten müssen. Die Logik dahinter ist einfach – wenn jeder KI-Agent Daten, Rechenleistung und API-Zugang über den nativen Token eines Netzwerks bezahlt, folgt die Nachfrage nach diesen Coins dem Transaktionsvolumen.

Einordnung: These mit Vorlauf, Risiko bleibt

Franklin Templtons Statement ist institutionell bedeutsam, weil es Blockchains explizit als Finanzinfrastruktur für KI rahmt – nicht als spekulative Assets. Das verändert die Gesprächsebene. Die These läuft allerdings dem tatsächlichen Live-Volumen von KI-Agenten on-chain derzeit noch voraus. Ob das prognostizierte Transaktionsvolumen primär über native L1-Token, Stablecoins oder tokenisierte Vermögenswerte abgewickelt wird, bleibt eine offene Frage – und entscheidet darüber, welche Assets davon tatsächlich profitieren. Ethereum und seine Layer-2-Infrastruktur gelten in diesem Kontext als besonders gut positioniert, nicht zuletzt wegen der institutionellen Tooling-Tiefe und der Rolle bei etablierten regulatorischen Rahmendiskussionen rund um digitale Assets.

Sollte sich die Agentic-AI-Adoption in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts entsprechend den zitierten Forecasts entfalten, dürfte die Frage, welche Blockchain-Infrastruktur diese Last trägt, zu einer der zentralen Kapitalallokationsfragen für institutionelle Investoren werden.

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