Hebelabbau trifft Krypto-Markt: 172.662 Trader liquidiert

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Bitcoin fiel im erfassten 24-Stunden-Fenster um 2,67 Prozent auf 81.594 US-Dollar und rutschte damit unter die Marke von 82.000 Dollar. Gleichzeitig wurden laut BeInCrypto insgesamt 774,14 Millionen Dollar an Krypto-Positionen liquidiert, davon 688,56 Millionen Dollar bei Longs – ein Muster, das auf erheblichen Stress in gehebelten Positionen hindeutet, aber den Rückgang nicht allein erklärt.

Die Zahlen unterscheiden sich je nach Bericht und zugrunde gelegtem Messzeitraum: The Block bezifferte die Liquidationen auf 771 Millionen Dollar, darunter 685,6 Millionen Dollar an Long-Positionen. TokenPost meldete dagegen 488,61 Millionen Dollar Gesamtliquidationen und 406,48 Millionen Dollar bei Longs. Diese Werte lassen sich nicht zu einer einheitlichen Summe zusammenführen; die folgenden Detailangaben beziehen sich auf die von BeInCrypto ausgewiesenen 774,14 Millionen Dollar.

Long-Trader tragen den größten Teil der Verluste

Von den 774,14 Millionen Dollar entfielen 688,56 Millionen auf Long-Positionen, also Wetten auf steigende Kurse. Shorts machten 85,58 Millionen Dollar aus. Insgesamt wurden laut den von BeInCrypto angeführten CoinGlass-Daten 172.662 Trader liquidiert; 88,9 Prozent der betroffenen Positionen waren Longs.

Der Abwärtsdruck erfasste auch andere große Kryptowährungen: Ethereum verlor 4,46 Prozent und notierte bei 2.429,16 Dollar, Solana sank um 7,11 Prozent auf 103,62 Dollar. Bei den Liquidationen nach einzelnen Assets lag Ethereum mit 169,23 Millionen Dollar vor Bitcoin mit 160,48 Millionen Dollar. Solana kam auf 60,41 Millionen Dollar.

Auch innerhalb dieser Asset-Summen überwogen Long-Zwangsverkäufe. Bei Bitcoin entfielen 90,2 Prozent der Liquidationen auf Longs, bei Ethereum waren es 86,3 Prozent und bei Solana 94,2 Prozent. Die größte Einzelposition war laut BeInCrypto ein Bitcoin-Long bei Binance im Wert von 9,65 Millionen Dollar, der bei einem Kurs von 81.772,75 Dollar liquidiert wurde; Binance wickelte 51,9 Prozent des gesamten Liquidationsvolumens ab.

Der starke Long-Anteil belegt den Abbau bullischer Hebelpositionen. Er zeigt jedoch nicht, welcher Anteil des Spotverkaufs durch neue Marktteilnehmer, bestehende Anleger oder die erzwungene Schließung von Derivatepositionen ausgelöst wurde. Liquidationen können einen Kursrückgang beschleunigen, sind aber für sich genommen kein Beleg dafür, dass der Spotmarkt die Bewegung nicht ebenfalls getragen hat.

Makro- und Aktienmarktdruck kommt hinzu

BeInCrypto ordnet die Bewegung neben dem Hebelabbau auch in einen belasteten Makrokontext ein. Genannt werden eine Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten, gemeldete Huthi-Angriffe auf saudische Flughäfen und Inflationssorgen. Die Renditen von Staatsanleihen hätten sich nahe 24-Jahres-Hochs bewegt und damit die relative Attraktivität renditeloser Anlagen wie Bitcoin beeinträchtigt.

Zusätzlichen Druck lieferte der Aktienmarkt in Südkorea: Der KOSPI fiel am Dienstag, 13. Oktober, laut dem Bericht um fast fünf Prozent. Tom Lee, Vorsitzender des Ethereum-Treasury-Unternehmens BitMine, brachte die Schwäche koreanischer Aktien in einem Beitrag auf X mit den Verlusten am Kryptomarkt in Verbindung. Das ist seine Einordnung und kein Nachweis dafür, dass der Aktienrückgang die Liquidationswelle allein verursacht hat.

Die Größenordnung einzelner gehebelter Positionen zeigt, wie schnell sich die Marktstruktur in beide Richtungen drehen kann. BeInCrypto berichtete, dass das Analyse-Konto Lookonchain den Trader AguilaTrades mit einem 40-fach gehebelten Short auf 124,24 Bitcoin hervorhob. Zu diesem Zeitpunkt habe die Position einen nicht realisierten Gewinn von 165.000 Dollar ausgewiesen. Diese Momentaufnahme sagt nichts über den späteren Ausgang des Trades aus.

Für die Einordnung solcher Bewegungen sind neben Liquidationen auch Open Interest und Funding-Raten relevant: Sie helfen zu beurteilen, ob sich die Positionierung nach einer Zwangsbereinigung wieder aufbaut oder weiter zurückgeht. Die vorliegenden Liquidationssummen allein liefern dazu noch keine vollständige Aussage.

US-Inflationsdaten sind der nächste Prüfpunkt

Der nächste konkret benannte Datenpunkt ist der US-Verbraucherpreisindex für September, dessen Veröffentlichung für Mittwoch, den 14. Oktober 2026, vorgesehen ist. BeInCrypto zufolge erwarten Ökonomen einen Anstieg der jährlichen Inflationsrate von 3,4 auf 3,7 Prozent. Ein höherer Wert könnte Erwartungen weiterer Zinserhöhungen stärken und die Risikobereitschaft zusätzlich dämpfen; niedrigere Daten könnten diesen Druck abschwächen.

Entscheidend wird sein, ob sich nach den umfangreichen Long-Liquidationen neue gehebelte Positionen bilden oder Trader weiter Risiko abbauen. Die Kursreaktion auf den CPI und die anschließende Entwicklung von Open Interest und Funding liefern dafür die nächsten messbaren Anhaltspunkte.

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