Glamsterdam: Hoodi-Test mit 200 Millionen Gas-Ziel am 26. Oktober
Ethereum plant, das Glamsterdam-Upgrade am 26. Oktober 2026 auf dem Hoodi-Testnet zu aktivieren und dabei ein Gas-Ziel von 200 Millionen anzusetzen. Der Schritt ist ein technischer Test, aber kein Starttermin für das Mainnet: Wann Glamsterdam dort aktiviert wird, ist weiterhin offen.
CryptoSlate und die Ethereum Foundation berichten übereinstimmend, dass die Aktivierung für 17:42:48 UTC angesetzt ist. Für ETH-Halter und Betreiber von Mainnet-Knoten folgt aus der Hoodi-Ankündigung keine unmittelbare Handlung.
Hoodi erhält einen festen Testnet-Termin
Der Zeitplan nennt Epoche 132.352 und Slot 4.235.264 als Aktivierungspunkt. Damit folgt Hoodi auf Sepolia, wo Glamsterdam bereits am 6. Oktober 2026 aktiviert wurde. Beide Netzwerke sind Testnets; ihre Upgrades legen nicht automatisch fest, wann dieselben Änderungen im Ethereum-Mainnet live gehen.
Für Hoodi-Betreiber bedeutet der Termin eine konkrete Software-Frist: Vor der Aktivierung müssen sowohl Execution- als auch Consensus-Clients aktualisiert werden. Validatoren müssen außerdem Beacon Node und Validator Client erneuern und die neuen Aufgaben, die Kompatibilität ihrer Builder-Werkzeuge sowie ihre Gas-Limit-Einstellungen prüfen.

Das Gas-Ziel von 200 Millionen beschreibt das geplante Budget für Rechenarbeit pro Block. Es ist keine Obergrenze, die am Aktivierungszeitpunkt schlagartig für jeden Block erzwungen wird: Das tatsächliche Block-Limit soll sich nach den bestehenden Regeln schrittweise anpassen. Wie viel Transaktionsdurchsatz daraus entsteht, hängt zudem davon ab, wie komplex die einzelnen Transaktionen sind.
Der Ablauf verdeutlicht, warum Testnet-Termine für Marktteilnehmer nicht mit einem Mainnet-Start gleichzusetzen sind. Auch bei anderen Ethereum-Testnet-Ereignissen wie dem Sepolia-Einsatz bleibt entscheidend, welches Netzwerk tatsächlich betroffen ist.
Welche Änderungen Glamsterdam bündelt
Glamsterdam kombiniert Amsterdam auf der Execution Layer mit Gloas auf der Consensus Layer. Zu den zentralen Änderungen zählt die im Protokoll verankerte Proposer-Builder-Separation (ePBS): Sie regelt die Trennung zwischen dem Validator, der einen Block vorschlägt, und dem Builder, der ihn erstellt. Zugleich soll die Anpassung Validatoren mehr Zeit geben, Execution Payloads zu prüfen.
Block-level access lists erfassen, welche Konten und Speicherbereiche ein Block nutzt und welche Zustandsänderungen nach Transaktionen entstehen. Diese Informationen sollen Clients ermöglichen, Teile des Lesens und Validierens parallel auszuführen. Das schafft eine technische Grundlage für mehr Ausführungskapazität, ohne dass der Hoodi-Test allein bereits einen bestimmten Durchsatz im Mainnet belegt.
Das Upgrade verändert außerdem die Gas-Abrechnung, unter anderem bei der Erstellung und dem Zugriff auf State, beim intrinsischen Transaktions-Gas, bei Calldata und Access Lists sowie bei der Block-Gas-Abrechnung. Die Ethereum Foundation empfiehlt Anwendungsentwicklern, Verträge und Gas-Schätzungen mit den neuen Regeln zu testen. Besonders prüfbedürftig können Anwendungen sein, die feste Gas-Stipends, hartcodierte Limits oder Annahmen über verbleibendes Gas verwenden.
Solche Änderungen betreffen die Protokollregeln und ihre Umsetzung durch Clients, nicht pauschal jede Anwendung oder jeden Nutzer. Auch die Skalierungsdiskussion rund um Layer-2-Netzwerke ist davon zu unterscheiden: Der Hoodi-Test bezieht sich auf Glamsterdam und die Ethereum-Basisschicht.
Der Mainnet-Beschluss steht noch aus
Für Anleger ist die zentrale Trennlinie damit klar: Hoodi liefert einen datierten technischen Prüfpunkt, aber keinen bestätigten Termin für die Migration des Hauptnetzes. Auch die Ethereum Foundation führt den Mainnet-Zeitpunkt als noch nicht festgelegt; eine separate Ankündigung soll folgen, sobald die Client-Teams den Zeitplan beschlossen haben.
Das Gas-Ziel lässt sich ebenfalls nicht direkt in eine Gebührenprognose übersetzen. Der Durchsatz hängt von der Transaktionskomplexität ab, während Gebühren zusätzlich durch die Nachfrage nach Blockspace beeinflusst werden. Aus dem Testnet-Termin allein ergibt sich daher weder eine feststehende Änderung der Mainnet-Kapazität noch eine unmittelbare Handlung für ETH-Halter.
Der nächste konkrete Prüfpunkt ist Hoodis Aktivierung am 26. Oktober um 17:42:48 UTC. Erst danach bleibt zu klären, wann die Client-Teams einen belastbaren Zeitplan für Glamsterdam im Mainnet festlegen.