Bitcoin-Zufluss stoppt Abflüsse bei Ether und Solana nicht
Die Nachfrage nach US-Krypto-ETFs blieb in der Woche bis zum 9. Oktober breit unter Druck: Ether-Fonds verzeichneten neun Handelstage in Folge Abflüsse, während Solana-ETFs fünf Sitzungen hintereinander Kapital verloren. Ein kleiner Zufluss bei Bitcoin am Freitag änderte daran wenig.
Die von 24/7 Wall St. zusammengetragenen SoSoValue-Daten zeigen damit ein uneinheitliches Bild: Bitcoin drehte zum Wochenschluss ins Plus, Ether und Solana setzten ihre Abflussserien fort. Die in einer Überschrift genannte 14-wöchige Solana-Zuflussserie lässt sich anhand der detaillierten Flussdaten nicht verifizieren; gesichert sind die fünf aufeinanderfolgenden negativen Sitzungen.
Ether- und Solana-ETFs bleiben unter Druck
Bei Ether-ETFs summierten sich die Nettoabflüsse vom 5. bis 9. Oktober auf 542,1 Millionen US-Dollar. An jedem Handelstag floss Kapital ab; allein am Freitag waren es 56,1 Millionen Dollar. Der letzte positive Handelstag lag laut 24/7 Wall St. am 28. September, als die Fonds 17,1 Millionen Dollar anzogen.
Die fünf täglichen Abflüsse bei Solana-ETFs summierten sich auf 24,8 Millionen Dollar. Der letzte Zufluss war dem Bericht zufolge am 2. Oktober verbucht worden. Die Größenordnung fällt deutlich geringer aus als bei Ether, doch auch hier gab es am 9. Oktober keine Gegenbewegung: An diesem Tag gingen weitere 3,8 Millionen Dollar ab.
CryptoTicker beziffert die Ether-Abflüsse für die Woche auf 542,2 Millionen Dollar und nennt BlackRocks ETHA als größten Treiber: Auf den Fonds entfielen demnach 477,1 Millionen Dollar. Der von 24/7 Wall St. ausgewiesene Gesamtwert liegt mit 542,1 Millionen Dollar nahezu auf diesem Niveau: Ether-ETFs verloren in der Berichtswoche deutlich mehr Kapital als Solana-Produkte.
Bitcoin-Zufluss steht gegen breitere Abflüsse
Bei Bitcoin fiel der Wochenverlauf besonders abrupt aus. Am 7. Oktober zogen Anleger 487,1 Millionen Dollar aus den ETFs ab, am 8. Oktober weitere 244,1 Millionen. Der Wochenabfluss belief sich laut der Tabelle auf 681,1 Millionen Dollar; die Produkte wechselten innerhalb von fünf Sitzungen dreimal zwischen Zu- und Abflüssen.
Am 9. Oktober kehrte sich die Bitcoin-Richtung mit einem Zufluss von 21,1 Millionen Dollar um. Das entsprach nur rund drei Prozent der 731,2 Millionen Dollar, die an den beiden vorangegangenen Sitzungen abgeflossen waren. Gleichzeitig verloren Ether-ETFs 56,1 Millionen Dollar und Solana-ETFs 3,8 Millionen. Die Nachfrage drehte also nicht über die großen Krypto-ETF-Kategorien hinweg ins Plus.

XRP-ETFs bildeten die Ausnahme. Sie verzeichneten in der Berichtswoche keinen einzigen Abflusstag und kamen auf einen Nettozufluss von 11,3 Millionen Dollar, verteilt auf zwei Sitzungen. Dogecoin-ETFs meldeten in derselben Woche keine Bewegungen. Die Flüsse zeigen damit keinen gleichförmigen Ausstieg aus allen Produkten, aber eine Schwäche, die mehrere große Kategorien gleichzeitig erfasste.
Die jüngsten Zuflüsse in Bitcoin-ETFs zum Oktoberstart stehen im Kontrast zur anschließenden Abflusswoche. Auch die Debatte um regulatorische Rahmenbedingungen für Krypto-ETFs betrifft die Entwicklung institutioneller Produkte, erklärt aber nicht die konkreten täglichen Rücknahmen in den USA.
Ein grüner Bitcoin-Tag ist noch keine Trendwende
Die Nettovermögen der Bitcoin-ETFs sanken laut 24/7 Wall St. von 110,8 Milliarden Dollar am 5. Oktober auf 105,8 Milliarden am 9. Oktober. Die Abflüsse zwischen dem 6. und 9. Oktober erklärten davon lediglich rund 591 Millionen Dollar des Rückgangs um 4,9 Milliarden. Der Bericht führt den größeren Teil somit auf den sinkenden Bitcoin-Preis zurück: Fondsvermögen verändern sich nicht nur durch Zu- und Abflüsse, sondern auch mit dem Marktwert der gehaltenen Coins.
Auch bei Solana beschreibt der Bericht die täglichen Rücknahmen als schrittweisen Abbau und nicht als Panikverkauf. Das ist eine Einordnung des beobachteten Verlaufs, kein Beleg dafür, warum Anleger ihre Positionen reduzierten. ETF-Flüsse zeigen Nettoveränderungen der Nachfrage nach Fondsanteilen, legen aber nicht offen, ob einzelne große Investoren oder viele kleinere Anleger gehandelt haben.
Für die nächste Beobachtungswoche ab dem 12. Oktober nennt 24/7 Wall St. klare Prüfmarken. Ein erster Ether-Zufluss seit dem 28. September und ein zweiter Bitcoin-Zuflusstag würden auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeuten. Kehrt Bitcoin zu Abflüssen zurück oder steigt die Ether-Serie auf zehn Sitzungen, wäre der Freitag eher eine kurze Unterbrechung als eine breite Erholung. Ein erster XRP-Abfluss würde zusätzlich zeigen, dass auch die bislang stabilste Kategorie unter Druck gerät.