Kryptosteuer: Börsen beraten, Start im Januar 2027 bleibt
Südkoreas Finanzbehörden wollen am Dienstag, dem 20. Oktober, große Kryptobörsen zur geplanten Besteuerung digitaler Vermögenswerte konsultieren. Der derzeitige Starttermin im Januar 2027 bleibt bestehen: Eine Verschiebung auf 2029 ist bislang nur Gegenstand eines Gesetzentwurfs.
Cointelegraph und Chosunbiz berichten übereinstimmend von dem geplanten Treffen. Es fällt in eine Phase, in der politische Forderungen nach mehr Vorbereitungszeit lauter werden, während die Regierung weiterhin mit dem bisherigen Zeitplan arbeitet. Die Beratung kann den Termin nicht selbst ändern.
Finanzbehörden beraten mit großen Kryptobörsen
Bei der Konsultation sollen Vertreter von Upbit, Bithumb, Coinone, DigitalX und Gopax teilnehmen. Hinzu kommen Führungskräfte der Digital Asset Exchange Alliance (DAXA), des Branchenverbands der südkoreanischen Kryptobörsen. Auf Regierungsseite werden Kwon Dae-young, erster Vize-Finanzminister, und Yoo Young-jun, Generaldirektor für digitale Finanzpolitik bei der Financial Services Commission, erwartet.
Im Mittelpunkt stehen praktische Fragen zur Umsetzung der Steuer, deren Einführung bereits dreimal verschoben wurde. Der letzte Aufschub legte den Start auf 2027. Ein von Yonhap zitierter, nicht namentlich genannter Börsenvertreter verwies auf noch offene Regeln für unterschiedliche Transaktionstypen und die knappe Zeit, um die erforderliche technische Infrastruktur vorzubereiten. Nach seiner Darstellung befürwortet die Branche eine weitere Verschiebung.
Die Einbindung der Plattformen ist auch vor dem Hintergrund der laufenden Regulierung des heimischen Börsensektors relevant. Südkoreas Behörden befassen sich dabei mit unterschiedlichen Fragen des Kryptoangebots und der Nutzerzugänge, etwa bei Beschränkungen im Umgang mit Krypto-Börsen.
Ein Gesetzentwurf könnte den Start auf 2029 verschieben
Der Abgeordnete Park Min-gyu von der Demokratischen Partei Südkoreas brachte am Freitag einen Gesetzentwurf ein, der den Beginn der Besteuerung an den internationalen Datenaustausch nach dem Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) der OECD koppeln würde. CARF ist ein OECD-Standard für den Austausch von Steuerinformationen zu Kryptowerte-Transaktionen.
Vorgesehen wäre der Steuerstart am 1. Januar des zweiten Jahres nach Beginn dieses Datenaustauschs. Da der erste Austausch laut Cointelegraph für 2027 erwartet wird, ergäbe sich nach dem Entwurf ein Termin im Jahr 2029. Das ist jedoch eine mögliche Folge des Vorschlags und noch keine Änderung der geltenden Planung.
Für Börsen und Steuerpflichtige bleibt damit Januar 2027 der maßgebliche Referenztermin, solange das Parlament keine Gesetzesänderung beschließt. Die Konsultation soll Umsetzungsfragen erörtern; sie ersetzt weder ein parlamentarisches Verfahren noch beschließt sie eine Verschiebung. Der nächste entscheidende Schritt liegt daher bei den Abgeordneten, die über Parks Entwurf beraten müssen.