Shadow Accounts trennen DeFi-Positionen von der Haupt-Wallet
Starknet hat Shadow Accounts eingeführt, mit denen Nutzer DeFi-Positionen über separate Adressen führen können, ohne diese öffentlich mit ihrer Haupt-Wallet zu verknüpfen. Die Funktion schafft mehr Vertraulichkeit bei der Wallet-Zuordnung, aber keine vollständige Anonymität: Salden, Transaktionen und Positionen bleiben on-chain sichtbar.
Das Ethereum-Layer-2-Netzwerk richtet sich damit an Nutzer, die Lending, Trading oder andere DeFi-Aktivitäten nicht unmittelbar unter der Adresse ihrer Haupt-Wallet sichtbar machen wollen. Cointelegraph und DigitalToday berichten übereinstimmend über den Start und die zentrale Einschränkung: Die Verbindung zur finanzierenden Wallet wird verborgen, die Aktivität des Shadow Accounts selbst nicht.
Separate Adressen für einzelne DeFi-Anwendungen
StarkWare, das Team hinter Starknet, beschreibt Shadow Accounts als separate, dauerhaft nutzbare Adressen für einzelne Anwendungen. Nutzer können diese Konten mit geschützten Guthaben aus dem STRK20-Privacy-Pool finanzieren und ihre Positionen dadurch unter voneinander getrennten On-chain-Identitäten halten.
Der vorgesehene Ablauf beginnt in einer integrierten DeFi-Anwendung: Nutzer verbinden ihre Wallet, wechseln vom öffentlichen in den privaten Modus und zahlen Vermögenswerte in einen Vault ein. Die Shadow Accounts führen die jeweilige Position weiter, bis die Mittel wieder in ein geschütztes Guthaben abgezogen werden.
Das Modell verändert damit vor allem die sichtbare Zuordnung zwischen Wallet und Anwendung. Wer eine Position auf der Blockchain untersucht, kann weiterhin den Kontostand, Transaktionen und die gehaltene Position des Shadow Accounts sehen; zunächst verborgen bleibt, welche Haupt-Wallet das Konto finanziert hat.
STRK20 bildet den technischen Hintergrund
Shadow Accounts bauen auf StarkWares breiterem Privacy-Schwerpunkt auf. Das Unternehmen stellte im Juni das STRK20-Framework vor, das private Transfers und geschützte Token-Guthaben auf Starknet ermöglicht. Später im selben Monat demonstrierte StarkWare außerdem ein Private-Know-Your-Customer-System, bei dem Nutzer persönliche Angaben verifizieren können, ohne vollständige Identitätsdokumente offenzulegen.
Mit den neuen Konten wird dieser Ansatz auf die Verbindung zwischen Wallet und DeFi-Anwendung erweitert. Das ist eine andere Ebene als das Verbergen einzelner Transaktionen: Shadow Accounts schaffen eine pseudonyme Adresse pro Anwendung, während ihre Aktivitäten weiterhin öffentlich überprüfbar bleiben.
Ausweitung auf weitere DeFi-Bereiche ist möglich
StarkWare zufolge könnte die Funktion künftig über Vaults hinaus eingesetzt werden. Als mögliche Bereiche nennt das Unternehmen Liquiditätsbereitstellung, Lending, Borrowing, Staking, Derivatehandel, Prediction Markets und NFT-Marktplätze. Diese Anwendungen sind damit als potenzielle Erweiterungen zu verstehen, nicht als bereits bestätigter Funktionsumfang zum Start.
Für DeFi-Nutzer liegt der praktische Nutzen darin, dass sich Aktivitäten einer Anwendung nicht ohne Weiteres der Haupt-Wallet zuordnen lassen. Die Transparenz der einzelnen Konten bleibt jedoch bestehen; auch die neue Funktion verspricht daher keine vollständige Transaktionsanonymität. Ein direkter Einfluss auf den STRK-Kurs oder andere Marktpreise ist mit der Einführung nicht belegt.
Entscheidend für die weitere Verbreitung dürfte sein, welche DeFi-Anwendungen Shadow Accounts tatsächlich integrieren. StarkWare stellt die Erweiterung auf zusätzliche Einsatzgebiete in Aussicht; konkrete weitere Integrationen nennt die Meldung zum Start nicht.
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