Südkorea verschärft Zugriff auf 27 nicht registrierte Krypto-Seiten
Südkoreas Financial Intelligence Unit (FIU), die für Finanzinformationen zuständige Behörde, hat Maßnahmen beschlossen, um den inländischen Zugang zu 27 Websites nicht registrierter Kryptoanbieter zu blockieren. Die FIU räumt zugleich ein, dass bestehende Kunden Schwierigkeiten haben könnten, ihre Vermögenswerte abzuheben.
Betroffen sind internationale Börsen und weitere Anbieter virtueller Vermögensdienstleistungen, darunter KuCoin, MEXC, Phemex und Bitrue. Die Entscheidung verschärft den Zugriff auf Plattformen, die südkoreanische Kunden bedienen, ohne die dort vorgeschriebene Registrierung abgeschlossen zu haben. Vergleichbare Zugangsbeschränkungen für Kryptoanbieter standen auch in Großbritannien im Zusammenhang mit behördlichen Maßnahmen.

Welche Anbieter und Regeln sind betroffen?
Die zuständige Korea Media and Communications Standards Commission prüfte die Angelegenheit am 6. und 7. Oktober. Neben KuCoin, MEXC, Phemex und Bitrue umfasst die Liste laut den Berichten auch CoinW, BTCC, BitMart, BingX und DigiFinex.
Rechtsgrundlage ist der „Act on Reporting and Using Specified Financial Transaction Information“, Südkoreas Gesetz zur Meldung und Nutzung bestimmter Finanztransaktionsinformationen. Es enthält unter anderem die Registrierungspflichten zur Bekämpfung von Geldwäsche. Bei Diensten mit Servern oder Betreibern im Inland können Leistungen beendet werden; bei ausländisch betriebenen Websites ist eine Sperre des Zugangs innerhalb Südkoreas vorgesehen.
Für die Einschätzung, ob ein ausländischer Anbieter den südkoreanischen Markt gezielt bedient, berücksichtigen die Behörden laut FIU unter anderem koreanischsprachige Angebote, Werbung für Kunden im Land und die Unterstützung von Transaktionen in koreanischen Won. Die Anforderungen richten sich damit nicht allein nach dem Standort des Unternehmens, sondern auch danach, ob es sich an lokale Nutzer wendet. Auch die Frage, wie regulatorische Vorgaben den Betrieb von Kryptoanbietern beeinflussen, ist für den Zugang zu Handelsdiensten entscheidend.
Website-Sperren folgen auf Beschränkungen für Apps
Die Maßnahme knüpft an frühere Einschränkungen für mobile Anwendungen an. Nach Angaben im Bericht waren Downloads und Updates für 14 nicht registrierte Krypto-Apps im Apple App Store blockiert worden; bei Google Play galten Beschränkungen für 17 Apps.

Mit den Website-Maßnahmen wird der behördliche Zugriff auf weitere Vertriebswege ausgeweitet. Für Nutzer in Südkorea erschwert das den unmittelbaren Zugang zu den betroffenen internationalen Plattformen. Die vorliegenden Berichte nennen jedoch weder einen einheitlichen Zeitpunkt, zu dem sämtliche Sperren umgesetzt sein müssen, noch einen bestimmten Ablauf für alle betroffenen Konten.
FIU kündigt Unterstützung bei Auszahlungen an
Für Kunden mit Guthaben auf den betroffenen Plattformen ist der praktische Knackpunkt der mögliche erschwerte Zugriff auf Auszahlungen. Die FIU plant, Hinweise und Unterstützung bereitzustellen; dafür soll sie mit der Digital Asset eXchange Alliance (DAXA), einer Allianz südkoreanischer Kryptobörsen, und den betroffenen Betreibern zusammenarbeiten.
Die angekündigte Hilfestellung ist relevant, weil eine Zugangssperre die Abwicklung bestehender Konten komplizierter machen kann. Die verfügbaren Angaben enthalten aber weder eine allgemeine Auszahlungsfrist noch die Bestätigung, dass alle Anbieter an der Unterstützung mitwirken werden. Ein unmittelbarer Effekt auf Preise oder Handelsvolumen wird in den Berichten nicht beziffert.
Damit hängt der nächste praktische Schritt für betroffene Kunden von den konkreten Hinweisen der FIU, der DAXA und den Plattformbetreibern ab. Die FIU will außerdem Unterstützung für Auszahlungen koordinieren, während die angekündigten Website-Beschränkungen den Zugang zu den nicht registrierten Diensten weiter einschränken.
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