MSCI prüft Strategy und Metaplanet nach neuen Indexregeln

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MSCI hat neue Zulassungsregeln für seine globalen Aktienindizes beschlossen, die Strategy und Metaplanet als Bitcoin-Treasury-Unternehmen unter Druck setzen. Ein Ausschluss steht jedoch nicht fest: Die Liste potenziell betroffener Firmen soll am 11. November veröffentlicht werden, mögliche Änderungen würden erst zum Handelsschluss am 30. November wirksam. Entscheidend ist, wie MSCI operative Vermögenswerte und Finanzkennzahlen künftig bewertet.

Wie MSCI die Indexfähigkeit künftig prüft

MSCI bestätigte die neue Methodik am 15. Oktober 2026. Zunächst prüft der Indexanbieter, ob ein Unternehmen über substanzielle operative Vermögenswerte verfügt. Fällt die erste Prüfung negativ aus, folgt ein Screening anhand von fünf Finanzkennzahlen; mindestens vier davon müssen auffällig sein, damit die Ausschlussprüfung greift.

Für bereits im Index vertretene Unternehmen gilt eine zusätzliche Hürde: Sie müssen die Prüfung in beiden jüngsten Jahresberichtszeiträumen nicht bestehen, bevor eine Entfernung möglich wird. MSCI kann, sofern vorhanden, auch den jüngsten Zwischenbericht berücksichtigen. Bei einer Neuaufnahme reicht dagegen bereits ein negatives Ergebnis in einem der beiden jüngsten Jahreszeiträume, um die Aufnahme zu verhindern.

Die möglichen Kandidaten ergeben sich bislang aus einer Simulation auf Basis historischer Daten vom Mai 2026, nicht aus einer endgültigen Entscheidung. Damals wurden Strategy und die japanische Bitcoin-Treasury-Firma Metaplanet als mögliche Streichkandidaten genannt. Das Ethereum-Treasury-Unternehmen SharpLink stand auf einer Watchlist; auch Yellow Cake, ein britisches Uran-Investmentunternehmen, wurde als potenziell betroffen geführt.

Die Simulation zeigt damit eine mögliche Anwendung der Regeln, bestätigt aber nicht, welche Unternehmen im November tatsächlich auf der Liste stehen. Strategy baut seine Bitcoin-Position weiter aus: Nach dem Kauf von 250 BTC für rund 21,5 Millionen US-Dollar in der Vorwoche meldete das Unternehmen insgesamt 848.250 BTC. Die Entwicklung des Treasury-Modells steht auch im Zusammenhang mit Strategys jüngstem Bitcoin-Kauf.

Weg von der 50-Prozent-Grenze, hin zum Unternehmensscreening

Mit der neuen Methodik beendet MSCI zugleich vorübergehende Beschränkungen für Unternehmen, deren digitale Vermögenswerte mindestens 50 Prozent der Gesamtaktiva ausmachen. Diese Maßnahmen galten seit Oktober 2025. Sie begrenzten unter anderem Anpassungen bei der Zahl der für den Index berücksichtigten Aktien und bestimmten Einschlussfaktoren sowie Neuaufnahmen und Wechsel zwischen Indexgrößenklassen.

Das neue Verfahren knüpft die Prüfung nicht ausdrücklich an Bitcoin, Ethereum oder eine andere Anlageklasse. Stattdessen soll es feststellen, ob die Finanzstruktur eines Unternehmens eher einem Investmentvehikel als einem operativen Geschäft ähnelt. Diese breitere Ausgestaltung war bereits Gegenstand der MSCI-Konsultation im August. Neben den genannten Treasury-Unternehmen erfasste die frühere Simulation auch Firmen außerhalb des Kryptosektors.

Zwei physische Bitcoin-Münzen mit dem charakteristischen B-Symbol auf dunklem Hintergrund
Physische Bitcoin-Münzen als Symbol für digitale Kryptowährungen

Metaplanet hielt Ende September 44.000 BTC. Nach seiner Kapitalallokationspolitik plant das Unternehmen, rund 85 bis 90 Prozent seiner Gesamtaktiva in Bitcoin zu halten und den übrigen Anteil anderen Investitionen zuzuweisen. Damit hängt die Indexprüfung nicht nur an der Bezeichnung als Treasury-Firma, sondern an der Frage, wie MSCI die Vermögens- und Finanzstruktur im Rahmen seiner Kriterien einordnet. Die Bitcoin-Reserve und die Finanzierung des Unternehmens sind auch bei Metaplanets Liquiditätslage relevant.

Strategys Widerspruch und der Termin am 11. November

Strategy hat sich öffentlich gegen MSCIs Vorgehen gestellt. Das Unternehmen argumentiert, die Einstufung als nicht-operativ bilde seine Bitcoin-Treasury-Aktivitäten nicht angemessen ab und sein Bitcoin-Geschäft sei nach US-Rechnungslegungsgrundsätzen als operatives Segment zu betrachten. Außerdem stellt Strategy die Grundlage der Klassifizierung und MSCIs Zuständigkeit für diese Einordnung infrage.

Für die mögliche Marktreaktion nannte Strategy eine eigene Schätzung: Fonds, die MSCIs Global Investable Market Indexes nachbilden, hielten rund 13 Millionen Strategy-Aktien. Das entspreche laut Unternehmen 3,1 Prozent der ausstehenden Aktien auf Basis der einfachen Aktienzahl und weniger als dem durchschnittlichen Handelsvolumen eines Tages. Diese Angaben stammen aus Strategys Stellungnahme und sind keine unabhängige Prognose dazu, wie viele Aktien bei einem Ausschluss tatsächlich verkauft würden.

Falls MSCI Unternehmen entfernt, müssten Fonds und ETFs, die die betroffenen Indizes nachbilden, ihre Bestände anpassen. Das könnte kurzfristig Liquidität und Bewertung der betroffenen Aktien beeinflussen; ein konkreter Umfang möglicher Abflüsse ist in den vorliegenden Angaben jedoch nicht unabhängig beziffert. Der Mechanismus ist damit klar, die Marktreaktion aber nicht vorab festgelegt.

Nahaufnahme eines digitalen Börsenmonitors mit grünen und roten Kursdaten auf schwarzem Hintergrund
Digitale Kursanzeigen an einer Wertpapierbörse – Foto: AhmadArdity / Pixabay

Der nächste überprüfbare Schritt ist die Veröffentlichung der finalen Liste potenziell betroffener Indexmitglieder am Mittwoch, dem 11. November. Erst danach lässt sich einordnen, welche Unternehmen im anstehenden Review tatsächlich unter die neuen Kriterien fallen; für mögliche Indexänderungen ist der Handelsschluss am 30. November 2026 vorgesehen. MSCI hat zudem weitere Mitteilungen vor der Umsetzung nicht ausgeschlossen.

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