Strive erweitert SATS-Angebot auf 630 Millionen US-Dollar
Strive will mit einem erweiterten SATS-Vorzugsaktienangebot bis zu 630 Millionen US-Dollar aufnehmen und damit zusätzlichen Spielraum für Bitcoin-Käufe schaffen. Der geplante Finanzierungsschritt fällt mit einer Anhebung des Kursziels durch TD Cowen zusammen – obwohl die Aktie am Freitag um 6,6 Prozent auf 23,96 US-Dollar nachgab.
Das Papier lag seit Jahresbeginn dennoch mehr als 38 Prozent im Plus. TD Cowen setzte das Ziel von 44 auf 56 US-Dollar herauf, ein Plus von rund 27 Prozent, nachdem Strive seine Bitcoin-Reserve deutlich schneller ausgebaut hatte als zuvor erwartet. Die Kapitalstruktur bleibt dabei ein zentraler Teil der Investmentthese: Mehr BTC im Treasury bedeuten nicht automatisch einen gleich starken Zuwachs des Werts je Aktie.
Das höhere Kursziel steht neben einem schwachen Handelstag
Der Abstand zwischen dem Schlusskurs von 23,96 US-Dollar und TD Cowens Kursziel von 56 US-Dollar ist beträchtlich. Das Ziel ist eine Analysteneinschätzung, keine Prognose für einen feststehenden Kursverlauf. Die vorliegenden Angaben enthalten weder konkrete Unterstützungs- oder Widerstandszonen noch Volumendaten, aus denen sich technische Marken ableiten ließen.

Für die Bewertung zählen damit vor allem drei Unternehmensdaten: das Tempo der Bitcoin-Käufe, die Größe der Reserve und die Finanzierung dieser Zukäufe. Ein früherer Strive-Kauf mit Finanzierung über ausgeübte Warrants zeigt, wie eng Treasury-Wachstum und Kapitalbeschaffung miteinander verbunden sind. Der nun geplante Preferred-Schritt ergänzt diese Finanzierungsstruktur, beseitigt aber nicht automatisch die Folgen bereits ausgegebener Aktienrechte.
Der Bestand übertraf die Quartalsannahme von TD Cowen
Strive hielt zuletzt 35.595 BTC, deren Wert in der Berichterstattung mit rund 2,9 Milliarden US-Dollar angegeben wurde. Ende September waren es noch etwa 28.000 BTC. Der Zuwachs von annähernd 7.600 Bitcoin in kurzer Zeit übertraf damit die frühere Erwartung von TD Cowen, wonach Strive im gesamten vierten Quartal 4.750 BTC erwerben würde.

Zu den jüngsten Käufen gehörten 3.311 BTC und weitere 2.822 BTC, wie IT Boltwise und das taiwanische Medium Blocktempo berichten. Nach der Einordnung von IT Boltwise ist Strive damit der viertgrößte Bitcoin-Halter unter börsennotierten Unternehmen und liegt knapp vor MARA. Es handelt sich um Unternehmens- und Treasury-Angaben, nicht um On-Chain-Metriken.
Genau dieses beschleunigte Akkumulationstempo begründet den positiven Schritt von TD Cowen: Die Käufe innerhalb von zwei Wochen übertrafen bereits die zuvor angesetzte Erwartung für das ganze Quartal. Die Analysten hoben deshalb ihr Kursziel an. Die Bestandsgröße stärkt die Sichtbarkeit von Strives Treasury-Strategie, sagt für sich genommen aber wenig darüber aus, wie stark ein einzelner Anteil daran partizipiert.
Preferred-Kapital soll Warrants nicht eins zu eins ersetzen
Ein Warrant ist ein Recht, Aktien zu festgelegten Bedingungen zu erwerben. Werden solche Rechte ausgeübt, können neue Aktien entstehen und die Zahl der verwässerten Anteile erhöhen. Dadurch verteilt sich der wirtschaftliche Anspruch auf das Unternehmensvermögen auf mehr Aktien; steigende BTC-Bestände können sich dann je Anteil weniger stark niederschlagen.
TD Cowen erwartet laut den Berichten eine Entlastung, weil das Regime der Warrants mit einem Ausübungspreis von 27 US-Dollar endet und keine weiteren Warrants dieser Art ausstehen. Das bedeutet nicht, dass sämtliche Verkaufs- oder Verwässerungseffekte verschwinden. Ein Teil der Anleger könnte Aktien nach einer Ausübung verkauft und damit zusätzlichen Druck auf den Kurs ausgeübt haben.
Parallel hat Strive das geplante SATS-Angebot auf sieben Millionen Vorzugsaktien zu je 90 US-Dollar erweitert. Das angestrebte Volumen beträgt 630 Millionen US-Dollar; der Abschluss wurde für den 20. Oktober erwartet. Das Unternehmen will laut IT Boltwise außerdem genügend liquide Mittel für etwa 18 Monate an Dividendenzahlungen zurückhalten. Deshalb ist nicht belegt, dass der gesamte Emissionserlös in Bitcoin fließen soll.
TD Cowen sieht in der Vorzugsfinanzierung zusätzlichen Spielraum für weitere Käufe, ohne dafür weitere Stammaktien – sogenannte Common Shares – ausgeben zu müssen. Das unterscheidet den geplanten Weg von Finanzierungen über Aktienverkäufe, wie sie auch bei anderen börsennotierten Bitcoin-Haltern eine Rolle spielen. Solche Treasury-Modelle hängen damit nicht allein von der Kaufmenge ab, sondern ebenso von den Konditionen und Kosten des eingesetzten Kapitals; Metaplanets Bitcoin-Reserve als Liquiditätstest illustriert einen verwandten Finanzierungsaspekt.
Der positive Fall für Strive beruht auf dem höheren Kauftempo, dem Bestand von 35.595 BTC und dem zusätzlichen Finanzierungsspielraum. Dagegen stehen die mögliche Verwässerung, Verkäufe nach Warrant-Ausübungen und die Frage, wie sich die Reserve auf Kennzahlen je Aktie auswirkt. Als nächste konkrete Punkte stehen der für den 20. Oktober erwartete Abschluss des SATS-Angebots und die anschließende Entwicklung der verwässerten Aktienzahl sowie der Bitcoin-Käufe im Fokus.