Sanktionsfragen setzen Cantor wegen Tether unter Druck

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Der US-Finanzdienstleister Cantor Fitzgerald steht wegen seiner Verbindung zum Stablecoin-Emittenten Tether unter politischer Prüfung. Richard Blumenthal verlangt vom Vorsitzenden Brandon Lutnick Unterlagen zu Compliance-Kontrollen und finanziellen Verbindungen der Familie Lutnick. Im Kern geht es um die Frage, wie eng USDT mit Irans Schattenbankensystem verknüpft ist und welche Risiken daraus für Cantor und Tether entstehen.

Die Anfrage betrifft damit nicht nur die Geschäftspartnerschaft zweier Finanzunternehmen. Sie berührt auch die Sanktionskontrollen rund um USDT, einen Dollar-Stablecoin, dessen Nutzung laut einem Bericht demokratischer Ermittler des Senats im Zusammenhang mit Irans Schattenbankennetzwerk steht.

Cantor soll Tether-Beziehung offenlegen

Blumenthal ist der ranghöchste Demokrat im ständigen Untersuchungsausschuss des US-Senats. In einem am Donnerstag, dem 8. Oktober, verschickten Schreiben forderte er Brandon Lutnick auf, darzulegen, wie Cantor Fitzgerald die Einhaltung von Banken- und Sanktionsgesetzen durch Tether überwacht.

Senator Richard Blumenthal spricht an einem Rednerpult vor dem US-Kapitol.
Senator Richard Blumenthal beim National Walkout Day vor dem US-Kapitol – Foto: Lorie Shaull / CC BY 2.0

Verlangt werden zudem sämtliche Kommunikation Howard Lutnicks zu Tether, auch aus der Zeit nach seinem Ausscheiden bei Cantor, sowie Informationen zu den Bedingungen seiner Veräußerung und möglichen Krediten oder Finanzierungen. Blumenthal will wissen, ob Tether oder Cantor solche Mittel bereitstellten, um die Übertragung von Eigentum an Howard Lutnicks Söhne zu ermöglichen.

Cantor erwarb 2024 Rechte an einer Beteiligung von fünf Prozent an Tether und verwahrt laut dem Bericht US-Staatsanleihenreserven des Stablecoin-Anbieters im Wert von mehreren zehn Milliarden US-Dollar. Blumenthal zufolge stieg der geschätzte Wert von Cantors Beteiligung seit Donald Trumps Rückkehr ins Amt von 600 Millionen auf zehn Milliarden US-Dollar; Howard Lutnick habe in diesem Zeitraum mehr als 250 Millionen US-Dollar erhalten, darunter eine Ausschüttung von 192 Millionen US-Dollar.

Diese Beträge sind Angaben beziehungsweise Einschätzungen aus Blumenthals Schreiben und keine unabhängig bestätigten Bewertungen. Cantor soll bis zum 23. Oktober antworten.

Iran-Vorwürfe rücken Sanktionskontrollen in den Fokus

Die Geschäftsbeziehung zwischen Cantor und Tether reicht bis 2021 zurück. Damals begann Cantor, einen Teil der US-Staatsanleihen zu verwahren, die Tethers Reserven hinterlegen; Howard Lutnick leitete die Firma als Chairman und CEO und half im April 2024, die Investition in Tether auszuhandeln.

Nachdem der Senat Howard Lutnick im Februar 2025 als Handelsminister bestätigt hatte, schied er bei Cantor aus. Das Unternehmen ernannte seinen Sohn Brandon zum Chairman und einen weiteren Sohn zum Vice Chairman.

Blumenthals aktuelles Auskunftsersuchen folgt auf einen Bericht demokratischer Ermittler des Senats aus dem Vormonat. Darin wurde USDT als wichtiges Werkzeug für Irans Schattenbankensystem beschrieben; Blumenthal forderte daraufhin das US-Finanzministerium und das Justizministerium auf, mögliche Sanktionsverstöße zu untersuchen. Der Sanktionsbezug macht die Anfrage auch für andere Krypto-Finanzströme relevant, bei denen Sanktionen und Compliance im Mittelpunkt stehen.

Keine unmittelbare Marktfolge belegt

Blumenthal betrachtet die lukrativen Geschäftsbeziehungen zwischen Cantor und Tether als Risiko für die nationale Sicherheit der USA. Er fragt unter anderem, ob Cantor unabhängige Prüfungen von Tether verlangt, eine Beendigung der Partnerschaft erwogen und Vorwürfe illegaler Finanzierung oder Sanktionsumgehung untersucht hat.

Tether erklärte laut Cointelegraph, seit Jahren mit Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten und im laufenden Jahr nahezu 550 Millionen US-Dollar an Iran-bezogenem USDT eingefroren zu haben. Diese Unternehmensangabe steht neben Blumenthals Forderung nach mehr Transparenz über die Sperrung von USDT. Cantor Fitzgerald und Tether gaben Cointelegraph zunächst keine unmittelbare Antwort.

Die Anfrage belegt bislang keinen direkten Effekt auf USDT-Kurs oder Liquidität. Im Mittelpunkt stehen zunächst Verwahrung, unabhängige Prüfungen, Sanktionsüberwachung und mögliche Finanzierungsbeziehungen; genau diese Fragen können für den institutionellen Zugang zu Stablecoins relevant werden, ohne dass daraus bereits eine konkrete Marktfolge abzuleiten ist. Auch bei der Stablecoin-Verwahrung bleibt die regulatorische Einordnung ein zentraler Prüfpunkt.

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